Schlag ins Gesicht des ländlichen Raums: Kartellamt-Veto bei Tegut gefährdet Nahversorgung

Die Entscheidung des Bundeskartellamts, der Supermarktkette Edeka die Übernahme der Tegut-Märkte in Alsfeld, Lauterbach und Schotten-Rainrod für vier Jahre zu untersagen, sorgt bei den FREIEN WÄHLERN im Vogelsbergkreis für Unverständnis.

In Schotten – Rainrod steht einziger Nahversorger auf der Kippe

Die Entscheidung des Bundeskartellamts, der Supermarktkette Edeka die Übernahme der Tegut-Märkte in Alsfeld, Lauterbach und Schotten-Rainrod für vier Jahre zu untersagen, sorgt bei den FREIEN WÄHLERN im Vogelsbergkreis für Unverständnis. Der Umsatz der Standorte in den beiden großen „Vogelsberger Städten“ kann sicher von den anderen Einzelhändlern vor Ort „mit übernommen“ werden. Wie bei einer örtlichen Präsenz faktisch aller großen deutschen Supermarkt- und Discounterketten von einer Marktdominanz von Edeka geredet werden kann, versteht wohl nur ein Mitarbeiter des Kartellamtes. Die FREIEN WÄHLER Vogelsberg kritisieren diese Entscheidung des Kartellamtes als einen realitätsfernen Akt vom Schreibtisch aus, der die Lebenswirklichkeit der Menschen vor Ort komplett ignoriert.

Noch viel eklatanter bewerten die FREIEN WÄHLER die Kartellamtsentscheidung für den Standort Schotten-Rainrod. In dem größten Schottener Stadtteil gibt es nur einen Lebensmittelmarkt. Egal wer diesen Markt betreibt wird vor Ort eine Marktdominanz haben. Genau wie es bisher Tegut hatte. Gerade für ältere Menschen und Familien ohne Zweitwagen ist eine wohnortnahe Lebensmittelversorgung existentiell. Wer hier die Marktdominanz über das Menschwohl stellt, hat, so die FREIEN WÄHLER das Ziel aus den Augen verloren.

Für die Angestellten der Märkte stehen die Arbeitsplätze auf dem Spiel, und für unzählige Bürgerinnen und Bürger, besonders in Rainrod, ist die Zukunft ihrer Nahversorgung plötzlich ungewiss.

Die entscheidende Frage, die das Kartellamt unbeantwortet lässt, lautet: Was kommt danach? Eine sichere Lösung wird blockiert, ohne eine Alternative zu garantieren. Damit wird ein funktionierendes System gefährdet, anstatt es zu sichern.

In der Zwischenzeit haben die FREIEN WÄHLER aus gut informierten Kreisen erfahren, dass mit „Tante Enso“ eine zukunftsträchtige Alternative für den Standort gefunden wurde.

Ein Kommentar, der mal gesagt werden muss:

Man muss sich wirklich fragen, wo das Bundeskartellamt seine Prioritäten setzt! Während die Mineralölkonzerne uns an der Zapfsäule mit ausufernden Sprit- und Ölpreisen nach Belieben ausnehmen, sehen die „Wettbewerbshüter“ ihre größte Heldentat darin, den Menschen in Orten wie Schotten-Rainrod ihre einzige Einkaufsmöglichkeit wegzunehmen.

Hier wird mit dem theoretischen Argument des „Verbraucherschutzes“ in der Praxis eine Katastrophe für die Verbraucher angerichtet. Das ist eine Fehlentscheidung gegenüber allen, die nicht in der Großstadt mit fünf Supermärkten um die Ecke wohnen. Anstatt sich endlich mit voller Härte um die echten Preiskartelle zu kümmern, die jeden von uns täglich belasten, legt man die Axt an die lebenswichtige Infrastruktur auf dem Land.

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