Die Freien Wähler Vogelsberg reagieren mit Verwunderung auf die jüngste Pressemeldung der SPD zum Thema Wohnungsbau im Vogelsbergkreis. „Es werden bekannte Probleme aufgezählt, aber keine Lösungen angekündigt. Wenn man den Bericht der SPD liest, könnte man meinen, hier spricht die Opposition – dabei trägt die SPD sowohl im Bund als auch im Land Regierungsverantwortung“, erklären die Freien Wähler.
Dass es im Vogelsbergkreis an bezahlbarem und bedarfsgerechtem Wohnraum fehlt, ist unbestritten. Auch die Aussage des hessischen Wirtschafts- und Wohnungsbauministers Kaweh Mansoori, dass rund 10.000 Bauvorschriften in Hessen überflüssig seien und Bürokratie den Wohnungsbau bremse, teilen die Freien Wähler ausdrücklich. „Wenn die SPD diese Probleme erkannt hat, dann erwarten die Menschen auch, dass sie endlich handelt“, so die Freien Wähler.
Gerade beim Denkmalschutz sehen die Freien Wähler großen Handlungsbedarf. „Natürlich geht es nicht darum, unsere Dörfer platt zu machen oder historische Gebäude wahllos abzureißen. Aber wir dürfen auch nicht zulassen, dass unsere Ortskerne zu Museumsdörfern werden“, betonen die Freien Wähler.
Viele alte Scheunen und Gebäude in den Dörfern seien inzwischen stark sanierungsbedürftig. Die Kosten für eine Sanierung seien jedoch oft so hoch, dass sie für Eigentümer wirtschaftlich nicht tragbar seien. Selbst wenn Förderprogramme existierten, reichten diese häufig nicht aus, um die strengen Auflagen des Denkmalschutzes zu erfüllen. „So wird der Erhalt alter Gebäude für viele Eigentümer zum Drauflegegeschäft“, kritisieren die Freien Wähler.
Hinzu komme, dass selbst nach einer aufwendigen Sanierung häufig kaum sinnvolle Nutzungsmöglichkeiten bestehen. „Was bringt es, eine Scheune teuer zu sanieren, wenn sie am Ende nur als Abstellfläche für Wohnwagen oder Oldtimer genutzt werden darf? Damit schaffen wir keinen Wohnraum und keine lebendigen Ortskerne.“
Aus Sicht der Freien Wähler liegt hier ein großes Potenzial zur Lösung des Wohnraummangels im Vogelsbergkreis. „Wenn Eigentümern innerorts mehr Möglichkeiten gegeben würden – etwa durch den Abriss nicht mehr nutzbarer Scheunen und eine anschließende Wohnbebauung – könnte neuer Wohnraum direkt in den Ortskernen entstehen.“
Die Freien Wähler fordern daher ein Umdenken in der Landespolitik. „Dafür muss aber die SPD, die sowohl im Bund als auch im Land Verantwortung trägt, nicht nur Probleme aufzählen, sondern endlich Lösungen liefern.“
Der Eindruck entstehe derzeit, so die Freien Wähler abschließend, dass die SPD zwar aufmerksam zuhöre und Missstände benenne, konkrete politische Entscheidungen aber ausbleiben. „Gerade im ländlichen Raum brauchen wir weniger Bürokratie, praktikable Regeln beim Denkmalschutz und mehr Handlungsspielraum für die Entwicklung unserer Dörfer.“

